Passage Paliano

Passage Paliano
2007

Domus Artium Paliano / Italien

"Die Menschen, die zuerst einen Weg zwischen zwei Orten anlegten, vollbrachten ein der größten menschlichen Leistungen. Sie mochten noch so oft zwischen beiden hin und her gegangen sein und sie damit subjektiv verbunden haben: erst indem sie in der Erdoberfläche den Weg sichtbar einpägten, waren die Orte objektiv verbunden, der Verbindungswille war zu einer Gestaltung der Dinge geworden, die sich diesem Willen zu jeder Wiederholung darbot, ohne von deren Häufigkeit oder Seltenheit noch abhängig zu sein."
Georg Simmel

Die Alle von Paliano ist nicht mehr begangen - in hohen Gras stehend ist sie zum Zeichen ihrer selbst geworden; eine Summe von gewachsenen Unregelmäßigkeiten im Wechselspiel des Zueinanders und Voneinanders, um im Ganzen eine geleichmäßig geformte Allee zu bilden.

Phänomen Allee: beim Zeichnen ist da immer das Bemühen von Nöten, in der Übersicht des Ganzen, jede Linien für sich - einzeln und originär zu ziehen, damit keine die Spannung nehmende Wiederholung, keine Parallele in der Allee entsteht. In der gepflanzten Allee, sie sie noch so regelmäßig angelegt, räumt der komplexe Prozess des Wachsens und Gedeihens dieses formale Problem offensichtlich aus.

 

 

Viale Contemporaneo, Triptychon, Acryl, Papier, 40 x 120 cm
Viale Contemporaneo, Triptychon, Acryl, Papier, 40 x 120 cm
Phänomen Allee, Triptychon, Acryl, Papier, 40 x 100 cm
Woods, Triptychon, Acryl, Kohle, Papier, 40 x 100 cm
2010 Sammlung Urban Waidhofen/Ybbs