2006 Ecker

EIN VORHER UND EIN NACHHER
Dr. Berthold Ecker

2006
aus der Eröffnungsrede Galerie Denkraum Wien

Am Ausgangspunkt steht meist die Natur, als vereinzelte Form, bis an die Grenze zur Kenntlichkeit oder auch darüber hinaus verarbeitet, wobei die ursprüngliche Inhaltlichkeit und Eindeutigkeit gezielt einer Mehr und Vieldeutigkeit weicht. Die Zeit und die Bewegung stehen im Zentrum.

Zeit heißt Abfolge, es gibt immer ein vorher und nachher, sie ist etwas Dynamisches, das nur über ihr Sein erfahrbar wird. Sie ist gestaltlos aber nicht abstrakt, in so ferne als sie nicht festlegbar ist, weder auf eine Form oder Gestalt, noch auf einen Inhalt. Und zwar auf die eine Form oder den einen Inhalt. In diesem Verständnis ist Zeit gestaltlos, da sie alle Formen enthält, oder enthalten kann und deren Überlagerung so etwas wie eine Auslöschung von Gestalt bewirkt.